Nicht zu unterschätzen: Gefahren für Kinder im Netz

Die Nutzung des Internets ist mittlerweile fester Bestandteil in fast allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Besonders Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage mit dem Internet auf und können sich eine Welt ohne nur schwer vorstellen.

Dabei verbringen die Kinder oft einen Großteil ihrer Freizeit am Computer, Smartphone oder anderen internetfähigen Geräten, um Videos zu schauen, Musik zu hören oder mit Freunden über Social Media zu chatten. Auch für schulische Zwecke wie der Recherche für ein Referat oder bei Problemen mit den Hausaufgaben nutzen sie heutzutage das Internet als Hilfe. In den Schulen selbst schreitet die Digitalisierung nach und nach immer weiter voran, so wird die Nutzung des Internets mittlerweile immer mehr auch als Lehrmittel in den Unterricht integriert.

Doch neben den Vorteilen, die das Internet bietet, verbergen sich in den unendlichen Weiten des Netzes auch viele Gefahren, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Da viele Eltern heutzutage nicht mit dauerhaftem Zugang zum Internet aufgewachsen sind und daher nicht in dem Maße internetaffin wie ihre Kinder sind, wissen sie die Gefahren und Risiken, die das World Wide Web birgt, oft nicht vollumfänglich einzuschätzen. Initiativen wie „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“ vom Bundesministerium für Familie möchten dies ändern. Einen Überblick über die aktuelle Situation und Arten von Gefahren finden Sie hier.

Jugendgefährdende Inhalte

Als jugendgefährdend sind Inhalte einzustufen, die gewaltverherrlichend, pornografisch, rassistisch oder anderweitig aufhetzend sind. Im Internet existiert eine riesige Anzahl an Seiten, die diese jugendgefährdenden Inhalte enthalten. Diese zu bekämpfen ist für die deutschen Behörden aufgrund der reinen Anzahl unmöglich, da für jede gesperrte Seite oft gleich drei neue deren Platz einnehmen. Zudem liegen viele dieser Seiten auf Servern im Ausland, was die Umsetzung zusätzlich erschwert.

Pornografische Inhalte

Da Betreiber pornografischer Seiten nach deutschem Recht dazu verpflichtet sind diese nur für Erwachsene zugänglich zu machen und diese sich in der Regel auch daran halten, liegt die Gefahr für Kinder und Jugendliche hier eher bei Seiten aus dem Ausland. Diese sind ohne jegliche Zulassungsbeschränkung abrufbar und teilweise im Repertoire der Jugendlichen bestens bekannt. Abgesehen von den mehr oder weniger professionellen Seiten mit pornografischen Inhalten existieren im Internet viele weitere solcher sexualisierter Inhalte wie Nacktfotos, die oft von Privatpersonen hochgeladen und verbreitet werden. Auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken sind mehr und mehr sexualisierte Inhalte zu finden.

Gewaltdarstellung und -verherrlichung

Gewaltdarstellende und -verherrlichende Inhalte sind ebenfalls zahlreich im Internet zu finden. Oft werden diese Seiten und Videos auf dem Schulhof verbreitet. Dabei handelt es sich zumeist um reale Vorfälle, die von Schlägereien über Kriegsbildern bis hin zu Hinrichtungen reichen. Auch Gewaltvideos, die im direkten Schulumfeld stattfinden, werden geteilt.

Rechtsradikale Propaganda

Des Weiteren nutzen viele rechtsradikale Gruppierungen das Internet, um junge Menschen als neue Mitglieder zu gewinnen. Deren Seiten sehen oft unscheinbar aus, verbreiten jedoch antidemokratische, fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen. Oft rufen diese auch zur Durchführung von Straftaten auf.

Gefahren in Social Media und Chats

In der heutigen Zeit verbringen Kinder viel Zeit in sozialen Netzwerken und Chatrooms. Bei Instagram, Snapchat und WhatsApp tauschen sich Kinder täglich mit ihren Freunden aus. Doch die Nutzung von Social Media birgt auch viele Gefahren, die Kinder wie Eltern meist nicht richtig einzuschätzen wissen. Dass Mobbing in Schulen existiert, ist allgemein bekannt. Mittlerweile findet dies aber auch in den sozialen Netzwerken statt, was dann Cybermobbing genannt wird. Dort können schnell peinliche Fotos und beleidigende Botschaften gepostet und mit sämtlichen Freunden geteilt werden. Häufig wird dieses Mobbing dann in der Schule fortgesetzt. Gemobbte Kinder leiden oft unter Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Schlafproblemen. Sie ziehen sich im Privatleben zurück und fehlen oft in der Schule, wodurch sich auch die schulischen Leistungen zum Teil drastisch verschlechtern.

Außerdem kennen viele Kinder die Grenzen der sozialen Netzwerke nicht. So geben sie eventuell persönliche Informationen preis, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Dabei kann es sich um peinliche Bilder und Momente handeln, aber auch um persönliche Daten wie der Anschrift. Und sind diese Informationen einmal im Internet, ist es schwierig bis unmöglich, sie wieder zu entfernen. „Das Internet vergisst nie“ ist dabei ein berühmter Leitsatz.

Eine weitere besorgniserregende Gefahr, die in sozialen Netzwerken und Chatrooms lauern, sind Sexualstraftäter. Diese nutzen die Portale, um Kontakt zu Kindern aufzubauen. Dies reicht von sexueller Belästigung und Bedrängung bis hin zum sogenannten Cyber-Grooming. Dabei versuchen größtenteils männliche Erwachsene, sich das Vertrauen der meist weiblichen Kinder zu erschleichen. Die Kinder können die wahre Absicht der Täter oft nicht richtig einordnen und halten diese für nette, verständnisvolle Menschen. Häufig geben sich diese Männer auch als gleichaltrig aus und locken die Kinder mit Belohnungen.

Übertriebene Onlinezeiten

Kinder verbringen heutzutage viel Zeit vor dem Bildschirm und im Internet. Initiativen wie „SCHAU HIN!“ animieren Eltern, diese Zeiten im Auge zu behalten,  denn zu viel Zeit vor elektronischen Geräten kann negative Auswirkungen auf die körperliche und geistige Verfassung der Kinder haben. Das offensichtlichste Risiko ist die Schädigung der Augen. Jedoch kann es sich ebenfalls negativ auf die gesamte Entwicklung des Gehirns, der Aufmerksamkeit und der Sprache auswirken, was zum Beispiel zu einer erhöhten Anfälligkeit für eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) führen kann. Weiterhin bewegen sich Kinder, die ihre Freizeit lieber vor dem Bildschirm verbringen, in der Regel sehr wenig. Bei einer damit einhergehenden Gewichtszunahme werden die Alltagsmotorik und die Körperwahrnehmung beeinträchtigt. Durch das viele Sitzen können dazu noch Haltungsschäden entstehen.

Geistig können die Konzentrations-und Merkfähigkeit im Langzeitgedächtnis Schaden nehmen. Das im Zusammenspiel mit der Zeit, die immer mehr Online statt in der Natur oder mit Hausaufgaben verbracht wird, führt oft zu einer Verschlechterung der schulischen Leistungen. Weiterhin können auch Schlafprobleme entstehen, wenn Kinder im eigenen Zimmer über elektronische Geräte verfügen. Sie verbringen mit diesen ihre Zeit bis tief in die Nacht und sind daraufhin morgens in der Schule nicht vollständig leistungsfähig.

Übermäßiger Spielkonsum

Computer-, Konsolen- und Smartphonespiele sind bei Kindern und Jugendlichen unheimlich beliebt. Genau hier sollten Eltern besonders aufpassen, da Kinder schneller als Erwachsene eine Sucht für Computer- und Handyspiele entwickeln können. Anzeichen für eine Computerspielsucht sind in der Regel der Interessenverlust an früheren Hobbys, ständiges Denken an Videospiele und der Kontrollverlust sowie das Lügen über die Spieledauer. Wird hier seitens der Eltern nicht frühzeitig ein Riegel vorgeschoben, können schulischer und beruflicher Werdegang darunter leiden.

Pay-To-Win – eine ganz eigene Branche

Des weiteren kann eine Videospielsucht auch zur finanziellen Schäden führen. Einige Computerspielhersteller nutzen dubiose Mechanismen, um Geld zu verdienen. Dazu bieten sie ihre Spiele kostenlos an, was vor allem für Kinder und Jugendliche interessant ist. Geld verdienen diese Hersteller dann, indem sie virtuelle Extrainhalte, die dem Spieler einen Vorteil im Spiel verschaffen, teuer verkaufen. Kinder begreifen diesen Mechanismus oft nicht. Außerdem setzen viele
Videospielhersteller auf Glücksspielmechaniken. Sie verkaufen zum Beispiel virtuelle Kartenpackungen mit zufällig generierten Inhalten. Im Grunde wird hier das selbe Prinzip verwendet wie bei Aufkleber-Sammelalben und den Figuren aus Überraschungseiern. So können Kinder viel Geld ausgeben, ohne einen wirklichen Mehrwert zu bekommen.

Schützen Sie Ihre Kinder jetzt auch online

Die genannten Risikofaktoren schneiden das Thema „Gefahren im Internet“ nur an. Eltern sind in Zeiten von Internet und Smartphones nicht nur dazu angehalten die eigenen Onlinezeiten zu reduzieren, sondern vor allem besonderen Augenmerk auf die Zeiten ihrer Kinder zu legen. Um dies im stressigen Alltag eines Berufstätigen zu bewerkstelligen, bieten Anbieter wie Salfeld eine Kindersicherung für das Internet an, mit der plattformübergreifend etwa Onlinezeiten überwacht und schädliche Inhalte gesperrt werden können. So unterstützen Sie Ihre Kinder einfach und nachhaltig beim Lernen des Umgangs mit dem Internet.

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