
Mit Bildschirmzeit – oft auch Medienzeit genannt – ist die Zeit gemeint, die Kinder an Smartphone, Tablet, Computer, Fernseher oder Spielkonsole verbringen.
| Alter | Empfohlene Bildschirmzeit pro Tag |
|---|---|
| 0 bis 3 Jahre | am besten gar nicht |
| 3 bis 6 Jahre | rund 30 Minuten |
| 6 bis 9 Jahre | rund 60 Minuten |
| ab 10 Jahre | keine pauschale Empfehlung mehr möglich |
Die Werte sind Mittelwerte aus verschiedenen Empfehlungen (die Quellen stehen am Ende). Ab zehn Jahren lässt sich keine Zahl mehr angeben, weil sich die Nutzungsmuster stark unterscheiden – und weil die Zeit für die Schule aus der Rechnung wieder heraus muss.
Diese Richtwerte sollen Orientierung geben, nicht jeden Tag vorschreiben. An einem Regentag darf ein Kind länger vor dem Bildschirm sitzen als nach einem Nachmittag mit Sport und Freunden. Entscheidend ist deshalb nicht, jede Minute zu zählen, sondern dass Schule, Bewegung, Schlaf, Freunde und gemeinsame Zeit in der Familie nicht zu kurz kommen.
Es macht einen Unterschied, wofür ein Kind vor dem Bildschirm sitzt:
Auch beim Fernsehen ist zwischen wertvollen und weniger empfehlenswerten Inhalten zu unterscheiden. Und es macht einen Unterschied, ob daneben noch anderes stattfindet – Freunde, Sport, ein Hobby – oder ob der Bildschirm dauerhaft im Mittelpunkt des Interesses steht.
Dazu kommt: Es zählt alles zusammen. Kinder sitzen nicht nur am Computer, sondern auch vor dem Fernseher, der Spielkonsole, dem Tablet und dem Smartphone. Für eine Zeitvorgabe zählt die Summe, nicht jedes Gerät für sich. Wie sich mehrere Geräte auf ein gemeinsames Zeitkonto bringen lassen, steht unter mehrere Geräte, ein Limit.
Ein vereinbartes Zeitkontingent ist in jedem Fall sinnvoll und erspart wiederkehrende Diskussionen. Ob Tageslimit, Wochenkontingent oder ein anderes Modell: Welche Lösung am besten funktioniert, hängt vom Alltag Ihrer Familie ab. Der Vergleich steht unter Bildschirmzeit begrenzen: feste Zeiten oder Wochenkontingent – auf dieser Seite geht es um die Menge, dort um das Modell.
Kleine Kinder verstehen Zeit oft besser mit Murmeln oder einer Sanduhr. Ältere Kinder kommen meist gut mit einer Eieruhr oder digitalen Zeitlimits zurecht. Auch eine Kindersicherung kann dabei unterstützen, vereinbarte Zeiten zuverlässig umzusetzen oder nachzuvollziehen, ob Absprachen eingehalten wurden.
Technik ersetzt jedoch keine Medienerziehung. Klare, dem Alter angemessene Regeln, gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Vereinbarungen bleiben wichtiger als jede Software. Heimlich eingerichtet werden sollten solche Sperren keinesfalls.
Neben der Bildschirmzeit sollte genügend Zeit für Schule, Bewegung, Freunde und Hobbys bleiben. Hilfreich sind feste Zeiten, zu denen Smartphone & Co. ausgeschaltet bleiben: beim Essen, bei den Hausaufgaben und vor dem Schlafengehen. Auch regelmäßige bildschirmfreie Zeiten – ein gemeinsamer Nachmittag oder ein Sonntag ohne Smartphone – können guttun.
Nicht die Anzahl der Minuten allein entscheidet darüber, ob die Nutzung problematisch ist. Wichtiger ist die Frage, ob sich das Verhalten Ihres Kindes verändert.
Mehr Bildschirmzeit über einige Tage oder Wochen kann ganz normal sein – etwa wegen eines neuen Spiels oder eines spannenden Projekts. Bedenklicher wird es, wenn Ihr Kind sich verändert, Pflichten wie die Hausaufgaben liegen bleiben oder Hobbys und Freunde vernachlässigt werden.
Für diese Einschätzung gibt es einen eigenen Artikel: die Anzeichen für Handysucht einschätzen. Dort finden Sie die Checkliste von klicksafe.de, den Hinweis, wie sie zu lesen ist – und die Anlaufstellen für den Fall, dass Ratschläge nicht mehr reichen.
Gerade kleine Kinder sollten begleitet werden. Sehen Sie Sendungen gemeinsam an: Nur so können Sie mit Ihrem Kind über das Gesehene sprechen und helfen, wenn es Zusammenhänge nicht versteht oder Szenen als beängstigend empfindet. Dasselbe gilt für Computer und Internet – machen Sie die ersten Schritte gemeinsam.
Bei älteren Kindern hilft echtes Interesse: Welche Seiten besuchen sie, welche Spiele mögen sie? Probieren Sie diese ruhig selbst aus. So verbringen Sie gemeinsame Zeit und können nebenbei auf mögliche Gefahren hinweisen.
Kinder orientieren sich vor allem an ihren Eltern. Wer selbst ständig aufs Smartphone schaut, wird Regeln nur schwer glaubwürdig vermitteln können. Deshalb gilt auch hier: Vorbild sein ist oft wirksamer als jede Zeitbegrenzung. Wie schwer das im Alltag fällt, ist ein Thema für sich: wenn Eltern selbst ständig am Handy sind.
Wenn Sie vereinbarte Bildschirmzeiten technisch umsetzen möchten, können Sie dafür eine Kindersicherung verwenden. Eine kostenlose Testversion der Salfeld Kindersicherung für Windows-PCs und Android-Handys finden Sie unter Download.
klicksafe.de, Internet-ABC, Schau hin!, mpfs.de, flimmo.de (Programmberatung für Eltern, auch als App), Handysektor und Saferinternet.at.