iPhone und iPad kindersicher machen: „So geht’s!“

Iphone kindersicher machen

Kinder verfügen bereits häufig über ein eigenes Smartphone oder nutzen das Ihrer Eltern. Da diese Geräte meist multifunktional sind, bringt die Nutzung neben vielen Vorteilen auch Risiken mit sich. Hierzu gehören unter anderem Kostenfallen, nicht altersgerechte Inhalte und die unfreiwillige Preisgabe von Daten. Mobile Geräte lassen sich unter anderem mit Hilfe spezieller Kinderschutzsoftware sicherer machen. Apple bringt zudem verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten für seine iOS-Geräte mit, mit denen sich die Sicherheit für Kinder erhöhen lässt. Wir haben für Sie einige hilfreiche Einstellungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zusammengestellt, mit denen Sie Ihr iPhone kindersicher machen können. Im Wesentlichen geht es hier um die beiden Bereiche „Einschränkungen“ und „Geführter Zugriff“.

Ihre individuelle Kindersicherung:
Einschränkungen aktivieren und einrichten

Beschränken Sie bestimmte Apps auf iOSUnter „Einschränkungen“ verbergen Sie die meisten Einstellungen für die Kindersicherung. Um diese zunächst zu aktivieren sind folgende Schritte notwendig:
1. Tippen Sie auf das Icon „Einstellungen“. Sofern Sie Ihr iPhone nicht anders eingerichtet haben, befindet sich dieses auf dem Startbildschirm.
1. Wählen Sie „Allgemein“ aus.
2. Danach tippen Sie auf „Einschränkungen“.
3. Mit Hilfe des Regler „Einschränkungen aktivieren“
4. Nun wählen Sie Code vergeben. Achtung: Diesen Code bitte gut merken! Ohne diesen können Sie auf die Option „Einschränkungen“ nicht wieder zugreifen und als einziger Ausweg bliebe nur das Zurücksetzungen aller Geräteeinstellungen.
Innerhalb der „Einschränkungen“ können Sie nun Einstellungen für verschiedene Kategorien bzw. Anwendungen individuell konfigurieren.

Die Nutzung von Apps regeln

So setzen Sie Einschränkungen für Kinder auf iOSNach Aktivierung der Einschränkungen sehen Sie nun als erstes die Rubrik „Erlauben“. Hier legen Sie fest, auf welche App zugegriffen werden darf. Zu diesen Apps zählen u.a. Safari, der Webbrowser von Apple, die Kamera und der iTunes-Store (zum Kauf von Musik). In Abhängigkeit vom Alter des Kindes können Sie einzelne oder alle Apps sperren und auch das Installieren und Löschen von Apps gänzlich verhindern. Dies tun Sie, indem Sie den Regler rechts neben der jeweiligen App betätigen. Da Kinder im Internet mit gefährdenden Inhalten konfrontiert werden, einkaufen und vieles mehr tun können, sollte gerade bei jüngeren Nutzern der Zugriff unterbunden werden. Für ältere Kinder oder Jugendliche können bestimmte Seiten vorgegeben bzw. gesperrt werden (s. unter „Websites“ im folgenden Abschnitt).

Zulässige Inhalte festlegen

Nicht alle Inhalte in Web und Apps sind für Kinderaugen geeignet. Um sie vor ungeeigneten oder gefährdenden Inhalten zu schützen, biete die zweite Rubik „Zulässiger Inhalt“ einige Möglichkeiten. Hier können Sie Altersgrenzen für Filme und Apps einstellen und somit festlegen, welche Inhalte Sie für Ihr Kind zulassen bzw. sperren möchten. Hier einige Optionen:
Altersfreigabe: Hier können Sie Deutschland stehen lassen bzw. einstellen. Musik, Podcasts & News: Hier können Sie das Abspielen von Inhalten mit anstößigem Inhalt unterbinden. Filme, Sendungen und Apps: Hier können Sie, unterteilt nach Alter, festlegen welche Inhalte Sie freigeben bzw. sperren möchten.

Websites

Hier wird ein Filter eingesetzt, der nicht jugendfreie Inhalte sperrt. Sie können auch selbst Seiten hinzufügen, die Sie erlauben oder eben nicht erlauben möchten. Passworteinstellungen: Hier haben Sie die Möglichkeit einzustellen, wann die Passworteingabe bei Käufen erforderlich ist.

Datenschutz

Die dritte Rubrik unter „Einschränkungen“ bezieht sich auf Ihre persönlichen Daten. Ortungsdienste: Sie können hier entweder alle Ortungsdienste deaktivieren oder etwas weiter unten für die einzelnen Apps festlegen, für welche den Ortungsdienst zulassen oder unterbinden möchten. Für die weiteren Funktionen wie z.B. Kontakte, Kalender und Fotos können Sie jeweils festlegen, ob Sie Änderungen erlauben oder untersagen möchten.

Änderungen zulassen

In dieser vierten Rubrik unter „Einschränkungen“ wird ermöglicht, bestimmte Einstellungsänderungen zu unterbinden. Accounts: Änderungen in den Grundeinstellungen von „Mail“, „Kontakten“ und „Kalender“ können Sie hier verhindern. Maximale Lautstärke: Mit dieser Funktion können Sie das Gehör Ihres Kindes schützen indem Sie die Änderung der von Ihnen vorgenommen Einstellung der Lautstärke im Nachhinein unterbinden.

Geführter Zugriff: Auch spontan gut geschützt

So richten Sie den geführten Zugriff bei iOS einDer geführte Zugriff kann sowohl zusätzlich zu den Einschränkungen als auch schnell spontan eingerichtet werden. Diese Funktion erlaubt es Ihnen, die Nutzung der iPhones auf nur eine App zu beschränken und zudem noch bestimmte Sperren innerhalb dieser App sowie Zeitlimits einzurichten. So aktivieren Sie den geführten Zugriff:
1. Tippen Sie auf das Icon „Einstellungen“
2. Wählen Sie „Allgemein“ aus.
3. Dann tippen Sie auf „Bedienungshilfen“
4. Scrollen Sie weit nach unten, dort finden Sie die Option „Geführter Zugriff“
5. Schalten Sie diesen nun ein

Nach der Aktivierung werden die Optionen „Codeeinstellungen“ sowie „Zugriffszeiten“ angezeigt und können nach Bedarf eingerichtet werden. Wenn Ihr Kind nun eine Apps nutzen darf, öffnen Sie diese und drücken dann dreimal schnell hintereinander den Home-Button. Es öffnet sich ein Menu in dem Sie „Geführter Zugriff“ wählen. Danach können Sie unter „Option“ verschiedenen Funktionen sperren oder sogar einzelne Bereich der App durch Einkreisen ganz deaktivieren. Wenn Sie dann die App starten, werden Sie nach dem Code gefragt. Möchten Sie die App beenden, drücken Sie wieder dreimal schnell hintereinander auf den Homebutton. Auch hier benötigen Sie den Code. Tipp: Diese Funktion eignet sich auch, wenn Sie jemanden kurz Ihr Handy überlassen aber den Blick auf weitere Daten verhindern möchten.

Last but noch least:
Schützen Sie Ihre Daten vor dem Zugriff durch Unbefugte

Diese Option hat mit der Kindersicherung im eigentlichen Sinn nichts zu tun, sollte aber unbedingt genutzt werden. Das Einrichten einer Codesperre schützt Ihre Daten vor dem unbefugten Zugriff und somit auch den Missbrauch durch Dritte. Da der Code jedes Mal beim Ein- bzw. Freischalten des Gerätes eingegeben werden muss, kann im Falle eines Verlustes oder Diebstahls niemand auf Ihre persönlichen Kontakte, E-Mails oder Fotos zugreifen und auch nicht für kriminelle Absichten zweckentfremden.

So geht’s:
1. Klicken Sie auf das Icon „Einstellungen“.
2. Wählen Sie „Touch ID & Code“ bzw. „Code“ aus.
3. Danach „Code aktivieren“ drücken.
4. Code eingeben. Über die Code-Optionen können Sie Änderungen für die Art des Codes sowie weitere Einstellungen vornehmen. Tipp: Deaktivieren Sie die Option „Einfacher Code“, so können Sie alternativ zum vierstelligen Zahlencode auch ein frei wählbares Passwort einzugeben. Diese kann beliebig lang sein und aus Zahlen und Buchstaben bestehen.
5. Code erneut eingeben
6. Der Code ist nun eingerichtet und aktiviert.

Fazit

Apple bietet von Haus aus einige Möglichkeiten um das iPhone kindersicher zu machen. Je nach Alter lassen sich die Einstellungen anpassen und so kann man im Laufe der Zeit auch die Zügel lockern. Die Konfiguration ist einfach, wenn man einmal weiß, wo man die jeweiligen Optionen findet.Was Apple nicht bietet, ist das Anlegen von Nutzerprofilen, also der Vergabe spezieller Rechte für verschiedene Nutzer. Verfügt Ihr Kind über ein eigenes Gerät, müssen Sie nur ab und an die Einstellungen prüfen und ggf. anpassen. Darf das Kind aber Ihr iPhone mitnutzen, wird das Thema Sicherheit aufwändiger. Dann müssten Sie die Einstellungen jedes Mal aufs Neue einrichten. Das hat zum Teil Nebenwirkungen – z.B. wenn Sie den Zugriff auf bestimmte Apps sperren. Denn damit verschwindet auch das Icon der App auf dem Display und alle anderen Apps verschieben sich entsprechend. Wenn Sie die wieder Einschränkung aufheben, weil Sie selbst die App nutzen möchten, erscheint das Icon an anderer Stelle als sie es vorher platziert hatten. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – das gilt im „echten“ Leben genauso wie in der digitalen Welt. Aber man kann einiges tun, um die Sicherheit für Kinder und Daten zu erhöhen und es gibt oft mehr Möglichkeiten, als man denkt und nutzt.

claudia-spohr-100 Claudia Spohr, Dipl. Betriebswirtin, ist zertifizierter Internet Medien Coach (TÜV, Verein SICHERES NETZ HILFT e.V.), Unternehmerin, tätig in der IT-Branche sowie als Referentin, Trainerin und Autorin. Sie ist Mutter von 2 Kindern.
Salfeld Die Salfeld GmbH beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit Kinder- und Jugendschutz Lösungen. Software wie die Kindersicherung (PC) sowie die App Chico Browser (Mobilgeräte) bieten umfangreiche Einstellungen für geregelte Nutzungszeiten und sicheres Surfen.